Phase III.

Sie sind krass entschlossen, haben Entscheidungen getroffen, reden offen über Ihre Haltung, sind engagiert und mutig. Mit ihrem Tatendrang lässt sich höflich bittend eine Bank überfallen. Ihre diffuse Wut wurde zu echtem Zorn, Ihre Angst ist weg, nur Besonnenheit warnt Sie vor. Man sagt Ihnen, Sie sollten jetzt Politiker werden? Was nun?

Kommentare (5)

Seit Wochen schon drehen sich meine Gedanken darum, ob ich mutig genug bin und wie ich denn meinen Mut vergrößern kann. Ich gestehe, dass ich Angst habe.
Ich denke, dass eine Überleitung in die Phase IV mit einer friedlichen aber mutigen Konfrontation der Mächtigen mit bedingungsloser Offenheit, Ehrlichkeit, Angstfreiheit (soweit wie möglich) und Transparenz des eigenen Standpunktes gemacht werden kann. Alleine ist das sehr beängstigend. Aber der Zorn treibt immer stärker an. Wenn genug aufgestaut ist, wenn's einfach nur noch reicht, dann bricht alles raus. Initialzündungen können hilfreich sein. Wahrscheinlich wird's dann erst mal zunehmend unangenehm. Durchhalten. Weitermachen, bis etwas besseres erreicht ist.
#1 - Wolfgang Arzt
Heute weiß ich ganz sicher, dass ich nicht allein schuld bin, wenn ich bspw. keine Arbeit finde und deswegen dann auch finanziell *leide*.Es geht auch nicht wirklich um Schuld, aber lange hielt ich mich allein dafür verantwortlich. Somit werden aus finanziellen Nöten, Ängste und dann ziemlich schnell Zorn, weil man sich denken kann, aus welchen Grund vieles so unlogisch scheint. Aber es geht hier nicht nur um mich, sondern auch anderen Menschen, die gegen ihren Willen *kleingehalten* werden. Heute wird mir schlecht, wenn ich mir Werbung ansehe (die ja eigentlich darauf abzielt, mich zum Konsum zu bringen), mir wird schlecht, wenn ich auch nur ansatzweise daran denke, wie wir fleisch *produzieren* und vieles mehr so sehr, dass ich mich nicht nur schäme ein mensch zu sein, sondern dagegen ankämpfen muss - auch wenn ich dafür erstmal mit max 1x Mahlzeit mit fleisch in der Woche anfange oder mir wirklich Gedanken mache, was ich von dem bisschen Geld kaufe, nicht nur billig-kram, sondern (in möglichst vielen hinsichten) nachhaltigere waren/Nahrung solange es das Geld zulässt - das ist zumindest ein anfang und jeder kann dabei mitmachen UND sogar sparen, wenn man sein kaufverhalten WIRKLICH überdenkt, das ist unsere einzige Möglichkeit der verschwenderischen wirtschaft entgegen zu wirken
#2 - Patrick Morher
Natürlich hab ich mich über all die Ungerechtigkeiten schon immer irgendwie aufgeregt. Irgendwie. So wie alle anderen sich auch IRGENDWIE aufregen. Na und jetzt? - Ganz genau! Irgendwie müssen "irgendwie" und "na und jetzt?" zusammengehören, vielleicht in etwa so wie der Hund, die Glocke und das Futter. So führt das "irgendwie", gefolgt von "na und jetzt" zur Manifestation eines Phlegma in unserer ohnehin lethargischen Gesellschaft. Da nehm ich mich nicht aus. Aber es ist wie mit dem Rauchen, dem veganen Essen oder dem Bestreiken von ordinären Supermärkten: wenn es mal KLICK gemacht hat kommt der Ekel, der einen in die entgegengesetzte Richtung treibt. Was nach sanfter Konditionierung klingt >klick
#3 - Tina Hoehne
Wer Chefs doof findet, Lohnarbeit eher skeptisch gegenübersteht, und das diffuse gefühl hat das Menschen doch mehr sein könnten als Rädchen im Getriebe der Profitmaximierung, der oder die könnte sich ja mal mit der örtlichen anarchistischen Vereinigung unterhalten.

Nur so ne Idee.
#4 - Lieselotte Meier
Jetzt bin ich frei. Endlich fällt der Druck, den Geld und Effizienz schaffen und der mich und meinen Horizont so eingeengt hat, einfach ab. Ich fühle mich seit langem mal wieder richtig wach und gesund. Ich habe mich schon vor einer Weie kündigen lassen und habe trotzdem unentgeldlich in dem Laden weiter gearbeitet, denn ich habe ihn mit aufgebaut und wollte ihn und meine Leute nicht hängen lassen. Aber nur noch so, wie es mir passte. Wie viel Zeit und Energie ich reinstecken wollte. Und schwupps sprießen die Ideen und die Motivation nur so und alles geschieht ohne Deadline zur rechten Zeit. Und dennoch keine Dankbarkeit und kein Vertrauen, dass ich als Frau in meinem Bereich einfach besser Bescheid weiß, als so mancher Mann.
Also höre ich nun ganz auf. Denn ich will frei sein. Frei mit meiner Zeit umgehen, all meine Ideen umsetzen zu Kunst, Philosophie und Gestaltung, und irgendwann ohne schlechtes Gewissen einfach Mutter eines neuen Menschen werden...und es gibt noch so viel mehr, was ich alles sein kann. Denn sobald es uns nicht mehr nur um schnelles Wachstum in Abhängigkeit von Zeit und Geld geht, können wir ewig wachsen – auch über uns hinaus.
Auf dass alle sehen: Ey, es geht! Leben geht, ja. Und es entsteht ganz viel Neues und Schönes dabei. Ich wünschte, alle könnten sich frei machen von der Angst. Angst vor Arbeitslosigkeit, einem lückenhaften Lebenslauf, Ablehnung und sozialem Abstieg. Denn niemand soll in der alten, kaputten, irren Welt zurück bleiben.
#5 - Prokrastronaut
Name
E-Mail (Wird nicht online angezeigt)
Kommentar
Tragen Sie deshalb bitte den Text, den Sie in dem Bild sehen, in das nebenstehende Textfeld ein.
»

Mehr zum Thema »Mitmachen«