Journal
2015

NICHTSTUN

Von Haus Bartleby

Unbekannt

Liebe Damen, liebe Herren, liebe Kinder,

es ist leichter gesagt als getan, das Nichtstun, aber immer eine gute Möglichkeit, wenn Sie in Trab versetzt werden sollen. Weiterlesen ...

SAG ALLES AB!

Von Hanna Mittelstädt

Buchpremiere mit dem Haus Bartleby, 19.9.2015 in Berlin, Eröffnungsrede

Edition Nautilus

Die Parole des Pariser Mai 68 „Ne travaillez jamais“ (Arbeitet nie!) hängt seit 1972 über meinem Schreibtisch, es ist ein Siebdruck aus einer politisierten Künstlerkommune in Bordeaux, die diese Plakate 1968 verklebt hat. Und einer von ihnen, der älteste, kam 1971 nach Hamburg und wurde einer der drei Verlagsgründer der Edition Nautilus. Er war in der Hinsicht vielleicht der strikteste von uns Dreien, im Hinblick auf Verweigerung. Verweigerung zu funktionieren, sich an ein System anzupassen, sei es konventioneller oder ökonomischer Art. Er lebte fast ohne Geld, bestand auf seiner Langsamkeit, seinem Eigensinn. Er fuhr eine klapprige Ente (einen 2 CV), von der man nie wusste, ob sie die 30 km-Strecke von Hamburg-Zentrum nach Hamburg-Bergedorf, wo der Verlag untergekommen war, schaffen würde, sei es, weil das Geld zum Tanken nicht gereicht hatte, sei es, weil notwendige Reparaturen nicht gemacht wurden. Die Verachtung gegenüber dem Kapitalismus schloss auch die Verachtung seiner Maschinen ein. Natürlich wollten wir uns ihren Regeln nicht unterwerfen! Weiterlesen ...

Artikel Vierzehn

Von Haus Bartleby

Erklärung der Menschenrecht 1948

+++ Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 legt dar: "Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen." +++

Das markiert den zivilisierten Mindeststandard, ausformuliert in einem sehr guten und zugleich ausgewogenen Text, der seither "State of the Art" ist. Dieser Text formuliert in 30 Artikeln die Grundrechte, die jeder einzelne lebende Mensch auf der Erde genießt.

Überall & immer & zugleich. Weiterlesen ...

FÜR DICH*

Von Haus Bartleby

Albrecht Dürer_Junger Hase

»Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.«
(Keilschrifttext aus Ur um 2000 vor unserer Zeitrechnung) Weiterlesen ...

WARUM ES KEIN THEATER IST

Von Haus Bartleby

KT_Blog_Foto_Sodenkamp_Lenz

Gespräch der beiden Anthropologen und Dramaturgen Hendrik Sodenkamp, 26, und Anselm Lenz, 35, über das Kapitalismustribunal. Transkription der Aufzeichnung: Charlotte Schadow. Weiterlesen ...

»Und? Jobmäßig?«

Von B.S.


smalltalk

Um mich herum herrscht immer noch die Auffassung, dass ein anständiger, gut ausgebildeter Mensch Arbeit hat und ansonsten unauffällig ist. „Und, jobmäßig? Was machst du gerade? Hat sich was ergeben? Was, du bist arbeitslos? Was machst du den ganzen Tag? Willst du nicht wenigstens Putzen gehen? N' paar Euro dazuverdienen, um was zu tun zu haben?“ Oder emotional: „Oje! Das muss ja furchtbar sein. Wie geht es dir?“ Als wäre man von einem anderen Stern oder hätte eine schwere Krankheit, die einem das Leben schwer macht. Weiterlesen ...

Im Auge des Betrachters

Von Mira Assmann

zappelphilipp

Was sich in diesen Zeilen aus „Zappelphilipp“ von Heinrich Hoffmann reimt und flüssig liest, klingt in der Realität eher verstimmt und lässt bitter aufstoßen. Nehmen wir einmal an, Philipp würde – repräsentativ für ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland, die derzeit als „betroffen“ gelten - zu einem Kinderpsychotherapeuten geschickt werden. Die Mutter hat ihm einen Termin gemacht, schließlich ist sie inzwischen zu Tische sprachlos und auch der Vater ist dafür, denn sein Missfallen findet kein Gehör bei dem Jungen. Nehmen wir also an, Philipp sowie seine Eltern und Lehrer hätten im diagnostischen Prozess zu Beginn der Therapie entsprechende Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen ausgefüllt. Der Psychotherapeut hätte diese nach bestem Wissen und Gewissen mithilfe der Auswertungsmanuale und Zahlen der so genannten Normstichprobe ausgewertet und würde nun das Ergebnis verkünden, Philipp habe ADHS. Weiterlesen ...

Werk zum Sonntag

Aus dem Hause Bartleby

Park_alle

Sehr geehrter Sonntag!

Wer was wann gesagt hat, ist den autoritären Charakteren immer wahnsinnig wichtig. Kaum sagst Du es, fragen sie: »Wer sagt das?« Natürlich nur, um das Ich, dass es ja gerade gesagt hat, nicht allzu ernst nehmen zu müssen. Überall scheinen den Kapitalisten des Geistes Bedrohungen ihres erstarrten Hochstatus' zu lauern. Weiterlesen ...

Das digitale imperative Mandat „Chez Icke“

von Godfrey Lawrence


Die Regisseurin Gesine Danckwart und der Medientechniker Can Elbasi haben mit „Chez Icke“ einen direktdemokratischen Störfaktor der Repräsentation erfunden. Heute ist ihr Avatar zu Gast im Berliner Think Tank „Haus Bartleby“. Weiterlesen ...