Freitag frei | Essay, Plädoyer | Haus Bartleby

Freitag frei


Ballon-Hund

Großkupferte, Kleinmütige, Freundinnen und Haustiere!

Der Freitag wird künftig der zusätzliche freie Tag für alle sein - Freitag frei! Der Tag, an dem niemand zur Arbeit gezwungen wird, nichts Wichtiges passiert, der Müßiggang regiert und das Geld abgeschafft ist: Jeder Tausch wird frei sein, alles ist umsonst und nichts ist für immer!

Da wir Sie heute noch nicht zu Ihrem Glück zwingen konnten - der brutale Arbeitsfetisch wütete auch heute wieder in seiner plumpen Unart durch die nassgeregnete Infrastruktur unser aller Urbanisation, nur weil irgendwelche Chefs und Eigentümerinnen das alles so haben wollen - vermelden wir Ihnen eine gute Nachricht!

Die triumphale Anfangszeit unserer Avantgarde ist endlich vorüber! [Eine heisere Fanfare erklingt.] Das Haus Bartleby geht nur einen Monat und vier Tage nach seiner Feierlichen Eröffnung in die akademische Staatswissenschaft ein! Heute besuchte uns Jo von der Universität in Potsdam, zum Zwecke, ihre Magisterarbeit über das Haus Bartleby zu schreiben. Es gab einen ganzen Kuchen für alle!

Nach einem solch besinnlichen Tag also legen wir unseren Doktorenhut auf den Schemel, falten die Beine am Kamin, blicken wehmütig auf die entflammte Zeit zurück und bereiten uns auf das Glück der privatisierten Riester-Rente vor - bis ein leicht verlogener Geruch unter der Türe unserer Lobby hindurchzieht: Nein, es geht ja gerade erst los, ey.

Es lebe die friedliche Zeitenwende, der längst fällige Paradigmenwechsel und eine neue saufaule und damit bessere Republik!

In Liebe,
Prof. H.B.