March / 2015 -
Von Mira Assmann

Was
sich in diesen Zeilen aus „Zappelphilipp“ von Heinrich Hoffmann reimt und flüssig
liest, klingt in der Realität eher verstimmt und lässt bitter aufstoßen. Nehmen wir
einmal an, Philipp würde – repräsentativ für ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im
Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland, die derzeit als „betroffen“ gelten - zu
einem Kinderpsychotherapeuten geschickt werden. Die Mutter hat ihm einen Termin
gemacht, schließlich ist sie inzwischen zu Tische sprachlos und auch der Vater ist
dafür, denn sein Missfallen findet kein Gehör bei dem Jungen. Nehmen wir also an,
Philipp sowie seine Eltern und Lehrer hätten im diagnostischen Prozess zu Beginn der
Therapie entsprechende Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen ausgefüllt. Der
Psychotherapeut hätte diese nach bestem Wissen und Gewissen mithilfe der
Auswertungsmanuale und Zahlen der so genannten Normstichprobe ausgewertet und würde
nun das Ergebnis verkünden, Philipp habe ADHS.
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Tags: ADHS, Psychologie, Erziehung, Generation Y, Verwertung,/blog/files/tag--/
November / 2014 -
Von Martin Nevoigt
Christian arbeitet in einer Führungsposition für eine
Softwarefirma. Er hat ein eigenes ausladendes Büro, von dem aus er den Blick
über die Innenstadt schweifen lassen kann. Von seinem Verdienst können er und
sein Partner sich eine schicke Doppelhaushälfte in einer teuren Wohngegend
leisten, mit perfekt abgestimmten Möbeln und einem kleinen Garten. Sein Job
erlaubt ihm mehrere Urlaubsreisen im Jahr, die er nutzt, um zu den
ausgefallensten Orten der Welt zu reisen. Christian sitzt nicht selten an seinem
Schreibtisch und fühlt sich wie gelähmt. Er kommt sich dabei albern und verwöhnt
vor, denn er hat doch alles. Manchmal legt Christian den Kopf auf den Tisch und
weint leise vor sich hin.
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Tags: Deathbed Test, Arbeit,
Haus Bartleby, Haus
Bartleby,/blog/files/tag--/
November / 2014 -
Von Andi Arbeit
Geworfen in eine deutsche Familie der unteren
Mittelschicht; Kind fortschritts- und auch sonst gläubiger Leute, wird ein
junger Mann heutzutage eher kein Geisteswissensschaftler; er wird
Sozialaufstiegsingenieur. So auch ich. Ich spielte mit LEGO, während sich meine
Eltern ein kleines Haus und über die Jahre eine beachtliche Serie an Neuwagen
kauften, die sie sich durch ihre Arbeit redlich verdient hatten. Knoff Hoff
war meine Lieblingssendung und gute Schulnoten waren eine Grundvoraussetzung
für gute Stimmung. Eine Kleinstadtrealschule, eine Ausbildung mit Fachabitur
und den Zivildienst später, war ich reif für die Fachhochschule und vollkommen
orientierungslos.
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Tags: Maschinenbau,
Arbeit,Fachkräftemangel, Karriere,Maschinen, Haus Bartleby,/blog/files/tag--/
September / 2014 -
Von Anselm Lenz
Der Mezzogiorno ist keinesfalls am Ende. Er braucht
auch nicht »nur noch etwas länger« oder »mehr Geld aus Brüssel!«. Süditalien
funktioniert anders. Und wird nochmal ein typisch sizilianisches Grinsen grinsen
über unseren typisch deutschen Export-Schlager von Staat und Fortschritt.
Nämlich dann, wenn uns der Laden mal wieder zusammenkracht. Weiterlesen ...
Tags: Mafia, Markt, Haus Bartleby, Süditalien,/blog/files/tag--/
September / 2014 -
Von Alix Faßmann
Herzlichen Glückwunsch! Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem
Beinbruch! Ein gerissenes Band am Knöchel oder einfach nur eine üble Zerrung tun
es auch. Die Schmerzen werden schnell vergehen. Denn von nun an wird Ihnen jeder
Schwung an den Gehhilfen wie ein Ereignis vorkommen. Denn das ist es. Glauben
Sie mir. Sie glauben doch sonst so leicht und schnell. Oder wissen Sie
eigentlich gar nicht mehr, woran es sich noch zu glauben lohnt. Na ja, zur
Arbeit können Sie in Ihrem Zustand zumindest nicht humpeln. Das wäre nun
wirklich unmenschlich. Sie funktionieren gerade nicht mehr. Das Schicksal hat
Ihnen einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Ob Sie wollten oder nicht,
jetzt ist die Gelegenheit endlich Ihrem Sein auf die Schliche zu kommen. Es
bleibt Ihnen nichts anderes übrig. Sie sind zu langsam für die hetzende Routine
da draußen. Weiterlesen
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Tags: Karriere,
Generation Y, Haus
Bartleby,/blog/files/tag--/
September / 1882 -
Von Friedrich Nietzsche
Man
schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe
Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das
Auge auf das Börsenblatt gerichtet, — man lebt, wie Einer, der fortwährend Etwas
"versäumen könnte". "Lieber irgend Etwas tun, als Nichts" — auch dieser
Grundsatz ist eine Schnur, um aller Bildung und allem höheren Geschmack den
Garaus zu machen.
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Tags: Nietzsche,
Arbeit, Wachstum,/blog/files/tag--/
September / 2014 -
Aus dem Hause Bartleby
Stellen Sie sich vor, Sie haben gegen alle Widerstände
und jeden noch so angepassten Ratschlag eine Entscheidung gefällt. Ein Kampf war
das, aber Sie sind raus. Zumindest die Entscheidung steht, also die, dass man
hier in dieser Form und für diesen Preis nicht mehr mitmachen will, etwas Neues
sucht, schon in Anteilen gefunden hat, aber solange weiter danach suchen will,
bis sich wirklich wirklich wirklich etwas verändert hat. Doch sollte die
Variante eines Erdlochs oder einer Kommune in der Einöde nicht Ihr Fall sein,
weil Sie wollen ja hier und jetzt etwas verändern, werden Sie immer wieder
jemandem begegnen, der mit Ihrer Haltung nichts am Hut hat. Dann kommen die
Fragen, die jeder Abtrünnige kennt und hasst. Weniger weil sie nerven, sondern
weil sie einen auf die Probe stellen. Und wer hat nicht schon die Erfahrung
gemacht, im entscheidenden Moment, keine passende Antwort parat zu haben.
Hier nun ein Katalog mit Fragen und den entsprechenden Gegenfragen,
die nicht sie ins Wanken bringen, sondern Ihr neugieriges Gegenüber. Weiterlesen ...
Tags: Frage, Gegenfrage, Karriere,Markt, Tricks,/blog/files/tag--/