March / 2015 -
Von Mira Assmann

Was
sich in diesen Zeilen aus „Zappelphilipp“ von Heinrich Hoffmann reimt und flüssig
liest, klingt in der Realität eher verstimmt und lässt bitter aufstoßen. Nehmen wir
einmal an, Philipp würde – repräsentativ für ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im
Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland, die derzeit als „betroffen“ gelten - zu
einem Kinderpsychotherapeuten geschickt werden. Die Mutter hat ihm einen Termin
gemacht, schließlich ist sie inzwischen zu Tische sprachlos und auch der Vater ist
dafür, denn sein Missfallen findet kein Gehör bei dem Jungen. Nehmen wir also an,
Philipp sowie seine Eltern und Lehrer hätten im diagnostischen Prozess zu Beginn der
Therapie entsprechende Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen ausgefüllt. Der
Psychotherapeut hätte diese nach bestem Wissen und Gewissen mithilfe der
Auswertungsmanuale und Zahlen der so genannten Normstichprobe ausgewertet und würde
nun das Ergebnis verkünden, Philipp habe ADHS.
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Tags: ADHS, Psychologie, Erziehung, Generation Y, Verwertung,/blog/files/tag--/
September / 2014 -
Von Alix Faßmann
Herzlichen Glückwunsch! Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem
Beinbruch! Ein gerissenes Band am Knöchel oder einfach nur eine üble Zerrung tun
es auch. Die Schmerzen werden schnell vergehen. Denn von nun an wird Ihnen jeder
Schwung an den Gehhilfen wie ein Ereignis vorkommen. Denn das ist es. Glauben
Sie mir. Sie glauben doch sonst so leicht und schnell. Oder wissen Sie
eigentlich gar nicht mehr, woran es sich noch zu glauben lohnt. Na ja, zur
Arbeit können Sie in Ihrem Zustand zumindest nicht humpeln. Das wäre nun
wirklich unmenschlich. Sie funktionieren gerade nicht mehr. Das Schicksal hat
Ihnen einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Ob Sie wollten oder nicht,
jetzt ist die Gelegenheit endlich Ihrem Sein auf die Schliche zu kommen. Es
bleibt Ihnen nichts anderes übrig. Sie sind zu langsam für die hetzende Routine
da draußen. Weiterlesen
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Generation Y, Haus
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September / 2014 -
Aus dem Hause Bartleby
Wie
soll ich Ihnen das jetzt sagen? In diesen miesen Zeiten. Als hätten wir alle
nicht schon genug Probleme. Überall zwingen uns Krisen zum sparen, trauern,
protestieren und festklammern. Wir haben die Krise noch im Griff, oder? Und
warum dann dieses tiefe brummende Unbehagen in unseren Köpfen. Sie, die
Politiker, die Wirtschaftsweisen, sogar die Journalisten im Feuilleton,
berichten immer und anders das Gleiche von dem guten Leben einer starken
Gesellschaft mit bombigem Wachstum. Immer wieder nennen sie uns »wir«, ob in
guten oder in schlechten Zeiten. Wir wachsen ja, äh unsere Wirtschaft. Wir
schaffen das. Aber was eigentlich? Weiterlesen ...
Tags: Haus
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